Das Land NRW will die Sprachkompetenz von Grundschulkindern gezielt fördern und plant die landesweite Einführung von sogenannten ABC-Klassen. Eine Teilnahmeverpflichtung soll für Kinder gelten, die ab dem 1. August 2029 schulpflichtig werden, wie das Schulministerium am Dienstag in Düsseldorf ankündigte. Die ersten verpflichtenden ABC-Klassen sollen laut den Plänen der Landesregierung im Schuljahr 2028/29 beginnen.
Künftig sollen laut Ministerium alle Kinder bei der Schulanmeldung an öffentlichen Schulen sowie an Ersatzschulen in privater Trägerschaft eine einheitliche Sprachstandsfeststellung durchlaufen. Verfügen die Kinder nicht über die notwendigen deutschen Sprachkenntnisse, um aktiv am Unterricht teilzunehmen, sollen sie im Schuljahr vor der Einschulung in der Regel zweimal pro Woche für jeweils zwei Stunden verpflichtend eine ABC-Klasse besuchen. Diese Klassen liegen in schulischer Verantwortung und werden von Grundschullehrkräften sowie von sozialpädagogischen Fachkräften aus der Schuleingangsphase durchgeführt.
„Grundvoraussetzung für erfolgreiches schulisches Lernen ist eine ausreichende Sprachkompetenz, denn ohne sie endet Bildung für viele Kinder, bevor sie so richtig begonnen hat“, sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst, der die Pläne gemeinsam mit Schulministerin Dorothee Feller (beide CDU) vorstellte. „Mit einer guten Sprachfähigkeit schaffen wir gute Startchancen für alle Kinder in Nordrhein-Westfalen“, erklärte Feller.
Der Gesetzentwurf der Landesregierung geht nun in die Verbändebeteiligung. Bis Mitte Februar haben die Verbände Zeit für ihre Rückmeldungen.