Nordhausen gedenkt der Zerstörung der Stadt

Das thüringische Nordhausen hat am Donnerstag der Zerstörung der Stadt bei alliierten Luftangriffen am 3. und 4. April 1945 gedacht. Es dürfe nie wieder jenes Gedankengut zugelassen werden, das so viel Leid über die Welt und die Stadt Nordhausen brachte, sagte Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) im Rahmen der Feierstunde auf dem Rathausplatz. Er gedenke der Opfer, der Bürgerinnen und Bürger, Geflüchteten, Zwangsarbeiter, Häftlinge des KZ Dora und Soldaten, die ihr Leben verloren haben. Aber er erinnere auch an das Leid der Überlebenden, die in den Trümmern all ihr Hab und Gut einbüßten.

Als Zeitzeugin schilderte Carla Buhl den Luftangriff auf Nordhausen vor 80 Jahren aus Sicht eines damals zehnjährigen Kindes. Sie berichtete von der Zerstörung, ihrer Angst und dem „unfassbaren Lärm“ während der Bombardierung. Durch die Wucht der Detonationen seien ganze Häuser an eine ganz andere Stelle gerückt worden.

Während der alliierten Luftangriffe einen Monat vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde über der Stadt aus mehr als 500 Flugzeugen eine Bombenlast von 2.386 Tonnen abgeworfen. Zerstört wurde dabei nahezu die gesamte Altstadt, aber auch die Boelcke-Kaserne, in der die SS zu diesem Zeitpunkt ein Außenlager des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora eingerichtet hatte. Schätzungsweise 8.800 Menschen kamen ums Leben, darunter auch viele KZ-Häftlinge und Geflüchtete.

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