Das Nipah-Virus kann bei Menschen eine oft tödliche Hirnentzündung auslösen. Nun ist es in Indien ausgebrochen. Gleichzeitig erwartet Südostasien Hunderttausende Touristen zum chinesischen Neujahrsfest.
Der Ausbruch des tödlichen Nipah-Virus im indischen Bundesstaat Westbengalen hat vor dem bevorstehenden chinesischen Neujahrsfest von Bangkok bis Peking große Besorgnis ausgelöst. In Thailand versicherten am Donnerstag die Gesundheitsbehörden gegenüber Medien, die Krankenhäuser seien auf die Behandlung von Nipah-Virus-Infektionen vorbereitet. Malaysia kündigte eine Verstärkung der Gesundheitskontrollen an den Grenzen an.
Strengere Gesundheitskontrollen wie die Messung der Temperatur ankommender Reisender vor allem aus Indien kündigten auch die internationalen Flughäfen von Singapur und der indonesischen Ferieninsel Bali an. In China haben die Gesundheitsbehörden mit Risikobewertungen begonnen, die Überwachungsmechanismen verstärkt sowie die Testkapazitäten und die Personalschulung ausgebaut, berichtete das Nachrichtenportal “China Daily”.
Indien hatte in dieser Woche für Westbengalen zwei neue Infektionen mit dem gefährlichen Nipah-Virus gemeldet. Das Virus sei unter Kontrolle, versicherte das indische Gesundheitsministerium am Donnerstag gegenüber Medien des Landes. Bei der Untersuchung von mehr als 190 Kontaktpersonen der beiden infizierten Patienten sei das Virus nicht nachgewiesen worden.
Südostasien ist wegen der geografischen Nähe, der kulturellen Verbindungen, teilweise visafreien Einreise und des wärmeren Klimas eines der beliebtesten Reiseziele chinesischer Touristen während des chinesischen Neujahrsfestes. In diesem Jahr beginnt es am 17. Februar und dauert bis zum sogenannten Laternenfest am 3. März. Millionen von Menschen reisen während der Feiertage zum chinesischen Neujahr aus China ins Ausland. Länder wie Thailand und Malaysia verzeichneten in den vergangenen Jahren Hunderttausende Besucher.
Das Nipah-Virus kann nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei Menschen eine häufig tödlich verlaufende Hirnentzündung auslösen. Es tritt insbesondere in Südasien und Südostasien auf und kann durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Tiere, Menschen oder Reservoirwirte oder den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln übertragen werden.