Eine 500 Jahre alte Karte bildet den Ausgangspunkt für eine Installation, die ab Anfang Februar die Fassade am Neuen Museum Nürnberg zieren wird. Was es mit dem Kunstwerk auf sich hat.
Ab 6. Februar 2026 bekommt das Neue Museum Nürnberg eine großflächige Fassadeninstallation, die auf einer 500 Jahre alten Karte basiert. Laut Ankündigung vom Donnerstag trägt das Werk der Künstlerin Mariana Castillo Deball den spanisch-englischen Namen "Ella es la luna and she lights the darkness" (Sie ist der Mond und sie erleuchtet die Dunkelheit) und ist bis 30. August zu sehen. Am Abend des 5. Februar wird die Eröffnung des Werks gefeiert.
Die Künstlerin nehme die sogenannte Nuremberg Map of Tenochtitlan zum Ausgangspunkt für ihre textile Installation, heißt es. Dabei handle es sich um die erste in Europa veröffentlichte Karte der früheren aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan auf dem Gebiet des heutigen Mexiko. Castillo Deball verstehe Karten nicht als neutrale Abbilder der Welt, sondern als kulturelle Objekte, die Ordnungssysteme, Machtverhältnisse und Zuschreibungen produzierten. Das Thema bekomme durch die jüngsten US-amerikanischen Operationen in Lateinamerika eine besondere Aktualität.
Die Installation ist laut Angaben Teil des roten Fadens im Jahresprogramm des Museums. Denn dieses beschäftige sich in unterschiedlichen Variationen mit dem Thema Literatur und Buch. Die historische Karte verweise auf die frühe Buch- und Druckkultur Nürnbergs und zeige, wie gedruckte Bilder Wissen, Weltbilder und Narrative prägten. Der erste historische Druck der Nuremberg Map of Tenochtitlan ist laut Angaben noch bis zum 22. März in der Ausstellung "Nürnberg Global" im Germanischen Nationalmuseum zu sehen.
Mariana Castillo Deball wurde 1975 in Mexiko-Stadt geboren und lebt und arbeitet dort sowie in Berlin, wie es heißt. Ihre Arbeiten seien schon auf der documenta, der Biennale von Venedig und der Biennale von São Paulo zu sehen gewesen. Seit 2015 ist sie demnach Professorin für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster.