Der Predigttext des folgenden Sonntags lautet: „Auch, dass du kalt oder warm wärest.“ aus Offenbarung 3, 14-22
Der Geschmack eines guten Essens entfaltet sich oft am besten, wenn es lauwarm genossen wird. Zu heiße Temperaturen machen die Geschmacksknospen taub, und wenn es zu kalt ist, können sich die Aromen nicht entfalten. Umso erstaunlicher ist es, dass das „Laue“ im endzeitlichen Brief an die Gemeinde in Laodizea nicht gut wegkommt. Das Lauwarme wird als so zuwider beschrieben, dass es ausgespuckt wird.
„Ach, dass du kalt oder warm wärest!“ Wie ist es um die Temperaturen in unseren Gemeinden bestellt? Ich meine die innere Temperatur – unabhängig von der Heizkosten-Frage. An diesem Adventswochenende finden die Kirchengemeinderatswahlen statt.
Viele Gemeinden hatten Schwierigkeiten, überhaupt ausreichend Kandidaten zu finden. Unsere Kirche erscheint alles andere als heiß brennend, sondern eher müde und ausgebrannt, mancherorts gerade noch in der Lage, mit halber Flamme, lauwarm das Tagesgeschäft hinzubekommen. Alle, die sich dieser Aufgabe stellen, sind zu bewundern und anzuerkennen! Woher bekommen wir jedoch die Kraft, um ein neues Feuer zu entfachen? Wie schaffen wir es, dass Menschen sich mit Hingabe und heißer, brennender Leidenschaft für Gott und die Mitmenschen in den Dienst nehmen lassen? Wie schaffen wir das innerhalb der Institution Kirche, von der manche sagen, für sie käme nur noch Palliativ-Pflege in Frage? Es gibt kein einfaches Erfolgsrezept – natürlich nicht…

