Die Präventionsarbeit im Bistum Eichstätt soll Übergriffe verhindern und eine Atmosphäre von Wertschätzung und Respekt fördern. Verantwortlich dafür zeichnet nun eine Frau, die aus der Jugendarbeit kommt.
Das Bistum Eichstätt hat eine neue Präventionsbeauftragte: Barbara Eberl verantwortet die Etablierung und Weiterentwicklung einer Kultur des achtsamen Miteinanders in den Pfarreien, Verbänden und pastoralen Einrichtungen, wie die Diözese am Donnerstag mitteilte. Die Präventionsarbeit des Bistums soll demnach Übergriffe verhindern und eine Atmosphäre von Wertschätzung fördern.
Eberl kommt den Angaben zufolge aus der Jugendarbeit, wo sie sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinandergesetzt hat. Ihre Aufgaben umfassten unter anderem die Sichtung, Begleitung und fachliche Prüfung von Schutzkonzepten, die Organisation und Durchführung von Schulungen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende sowie die Beratung der kirchlichen Rechtsträger bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Vernetzung der Präventionsarbeit innerhalb und außerhalb des Bistums.
Ein wesentliches Anliegen von Eberl ist es, dass Schutzkonzepte nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Alltag gelebt werden, wie es weiter hieß. “Ein wichtiger Baustein des Schutzkonzeptes ist die Kultur der Achtsamkeit – auf die Menschen zu schauen, die einen umgeben, auf ihre Bedürfnisse, auf ihre Grenzen, und immer wieder Impulse zu geben, wie wir miteinander umgehen wollen”, so Eberl. Dabei gehe es auch um scheinbar kleine Situationen, die als Grenzüberschreitungen wahrgenommen werden könnten: “Das kann eine Umarmung sein, die das Gegenüber gerade nicht möchte, oder ein Spruch, der als unangemessen empfunden wird.”
Gerade im Hinblick auf die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Raum der Kirche sei Prävention ein zentraler Bestandteil, um Vertrauen wiederzugewinnen, fügte Eberl an. “Klare Strukturen, klare Regeln und ein wertschätzender Umgang miteinander sind dabei entscheidend.”
Eberl folgt auf Gabriele Siegert. Diese ist bereits vergangenes Jahr auf eigenen Wunsch in ihren ursprünglichen Wirkungsbereich bei der Ehe-, Familien und Lebensberatungsstelle in Schwabach zurückgekehrt. In der Zwischenzeit nahm Siegerts Stellvertreter Marc Kalisch kommissarisch das Amt des Präventionsbeauftragten und des Leiters der Stabsstelle Prävention und Intervention wahr.