Nordrhein-Westfalen hat jetzt erstmals eine Landesbeauftragte für Kinderschutz und Kinderrechte. In ihrer Arbeit werde es vor allem darum gehen, Partei für Kinder und Jugendliche zu ergreifen und ihnen „eine Stimme zu geben“, sagte Petra Ladenburger bei ihrer Vorstellung am Donnerstag in Düsseldorf. Die Fachanwältin für Kinderrecht und Gewaltschutz hat ihr Amt für fünf Jahre inne und ist in ihrer Arbeit unabhängig.
Kinder- und Jugendrechte seien „kein pädagogischer Luxus“, sondern Voraussetzung dafür, dass die Rechte junge Menschen bei politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Debatten berücksichtigt würden, sagte Ladenburger weiter. „Wir müssen die Bedingungen dafür schaffen und bereit sein, ihnen ein wirkliches Mitspracherecht zu geben“, unterstrich die neue Landesbeauftragte. Teil ihrer Arbeit werde deshalb auch sein, „nicht nur über, sondern auch mit Kindern und Jugendlichen zu sprechen.“
Beim Thema Kinderschutz und Kinderrecht gehe es um „alle Formen Gewalt“ sowohl in Kitas, Schulen, Familien als auch im digitalen Raum, betonte Ladenburger. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen auf sozialen Plattformen sei dabei sowohl Aufgabe der Erwachsenen als auch der anbietenden Plattformen.
Ladenburger lehrte unter anderem als Dozentin an der Technischen Hochschule Köln zu den Themen Gewaltschutz, Familien-, Kinder- und Jugendhilferecht. Zudem war sie als so genannte Anhörungsbeauftragte für die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs tätig.
Die neue Kinder- und Jugendministerin Verena Schäffer (Grüne) sprach von einem „wichtigen Meilenstein für das Anliegen von Kindern und Jugendlichen.“ Der Schutz und die Wahrung von deren Rechten sei eine zentrale gesellschaftliche Verantwortung und wichtige staatliche Aufgabe. Immer noch seien zu viele Kinder von Missbrauch und Vernachlässigung betroffen.