Nur wenige frühere Bewohner haben Interesse: Die Häuser in den geretteten Dörfern am Braunkohletagebau Garzweiler werden nun öffentlich zum Verkauf angeboten. Die ersten 25 Immobilien gehen am Freitag online.
Immobilien in den geretteten rheinischen Braunkohledörfer werden nun nicht mehr nur den früheren umgesiedelten Einwohnern zum Kauf angeboten. Ab Freitag beginnt die Vermarktung an weitere Interessierte, wie das nordrhein-westfälische Heimatministerium am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. In enger Abstimmung mit dem Ministerium würden die ersten 25 Immobilien in den zur Stadt Erkelenz gehörenden Dörfern Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath über gängige Online-Immobilienportale angeboten. In den kommenden Jahren bringe der Energiekonzern RWE Power auf diese Weise mehr als 500 Immobilien aus seinem Bestand schrittweise auf den Markt.
Nach massiven Protesten von Klimaaktivisten fiel im Jahr 2023 die Entscheidung, dass die fünf Dörfer entgegen dem ursprünglichen Vorhaben doch nicht dem Braunkohletagebau Garzweiler weichen sollen. Die umgesiedelten Bewohner erhielten eine Vorkaufsoption für ihre früheren Häuser. Bis November 2024 hätten 18 von ihnen um ein Verkehrswertgutachten gebeten. Mit aktuell zehn Interessenten liefen noch Gespräche, sieben hätten bereits abgesagt. Ein Anwesen sei inzwischen zurückverkauft.
Für die ehemaligen Kirchen in Keyenberg und Kuckum und die Kapelle in Berverath würden Nutzungskonzepte und Trägermodelle entwickelt, so das Ministerium. Ziel sei es, die Baudenkmäler zu erhalten und für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Die örtliche Pfarrei will die Gebäude nicht zurückkaufen. “Das Geld haben wir nicht”, sagte Pfarrer Werner Rombach der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).