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Neue BGE-Geschäftsführerin: Mehr über radioaktive Strahlung aufklären

Angesichts der Ängste vieler Menschen vor möglicher radioaktiver Strahlung hat die designierte Vorsitzende Geschäftsführerin der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Iris Graffunder, mehr Aufklärung gefordert. „Im Grunde müsste man so etwas üben, den Leuten Messgeräte in die Hand drücken, damit sie selbst sehen, wo überall Strahlung vorhanden ist – Strahlung, vor der man nicht erschrecken muss“, sagte die Ingenieurin dem Magazin „Evangelische Perspektiven“. Viele Menschen wüssten nicht, dass alles strahle, sie sogar selbst Strahlung abgäben.

Sie sei verwundert darüber, dass die Menschen unbesorgt zum Röntgen gingen oder eine Computertomografie machen ließen, unterstrich die 57-Jährige. Dabei bekämen sie ein vielfach höhere Strahlungsmenge ab als etwa von einem vorbeifahrenden Castor-Transportzug. „Die Strahlung an sich zu verteufeln, ist irrational“, betonte Graffunder.

Über Nuklearentsorgung müsste auch an den Schulen aufgeklärt werden, forderte die Geschäftsführerin. So könne die Wirkung von Strahlen auf den Körper im Physik- oder Biologieunterricht erläutert werden.

Graffunder übernimmt gemeinsam mit Arbeitsdirektorin Marlis Koop zum nächsten Jahr die Geschäftsführung bei der BGE in Peine. Graffunder ist damit auch verantwortlich für die Standortauswahl und die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus dem maroden Bergwerk Asse bei Wolfenbüttel sowie den Weiterbau des Endlagers Schacht Konrad in Salzgitter. Dort sollen ab etwa 2030 rund 300.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert werden.