Neue Arten im Bernstein entdeckt

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena hat in ihrer Bernsteinsammlung bislang unbekannte Arten von Staubläusen und Stachelkäfern entdeckt. Das hochschuleigene Phyletische Museum präsentiere die Ergebnisse der Untersuchungen ab Freitag in einer Sonderausstellung, teilte die Universität am Montag mit.

Viele der Objekte der Sonderschau schlummerten nach Angaben des Sammlungsleiters Bernhard Eck Jahrzehnte lang unbeachtet in den Archiven des Museums. Während der Schließzeiten des Museums zu Corona seien die Mitarbeiter auf mehrere Kästen mit Bernstein gestoßen. Etwa 160 Stücke Rohbernstein von wenigen Millimetern bis zu einer Größe von etwa 15 Zentimetern seien zwar als Sammlungsstücke auf Karteikarten erfasst gewesen. Aber die Exponate seien offenbar nie wissenschaftlich bearbeitet worden.

Die Forschenden fanden bei näherer Betrachtung unter anderem Bienen, Käfer, Ameisen und urzeitliche Termiten, die im Gänsemarsch unterwegs gewesen seien, als ein Tropfen Baumharz auf sie fiel. Um den Funden all ihre Geheimnisse zu entlocken, habe das Jenaer Team modernste Röntgen-Technologien angewandt.

Die Ausstellung zeige die Originale in Verbindung mit den großformatigen Aufnahmen. So seien unter anderem die Facettenaugen der nur millimetergroßen Insekten und feinste Härchen an deren Beinen „glasklar“ zu erkennen. Mithilfe der aufwendigen technischen Verfahren hätten die Forschenden die Arten exakt bestimmen können. Eine der auf diese Weise neu entdeckten Arten - ein Stachelkäfer - habe insgesamt 40 Millionen Jahre im Harz überdauert.

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