Netanjahu kündigt Lebensmitteleinfuhr nach Gaza an
Israel will wieder kleine Mengen an Nahrung nach Gaza lassen – weil es andernfalls seine neue Militäroffensive gefährdet sieht Die Kämpfe gehen unterdessen weiter.
19. Mai 2025·1 Minute Lesezeit
Mit einem "Tag der Störung" wollen Angehörige der Hamas-Geiseln auf die Lage der Verschleppten aufmerksam machen
Imago / Xinhua
Israel will nach fast dreimonatiger vollständiger Einfuhrblockade wieder Hilfslieferungen in den Gazastreifen erlauben. Israel werde "zulassen, dass eine Grundmenge an Nahrungsmitteln für die Bevölkerung eingeführt wird, um sicherzustellen, dass im Gazastreifen keine Hungerkrise entsteht", teilte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit. Er begründete dies mit militärischer Notwendigkeit.
Eine Hungerkrise würde demnach die ausgeweitete israelische Militäroffensive im Gazastreifen und deren Ziel, die Hamas zu zerschlagen, gefährden. Netanjahu kündigte an, dass Israel versuche, zu verhindern, dass die eingeführte Hilfe nicht in die Hände der Hamas gerate.
Die Hilfsorganisation "Gaza Humanitarian Foundation" (GHF), zentraler Akteur im US-Hilfsplan für den Gazastreifen, begrüßte Netanjahus Ankündigung laut israelischen Medienberichten. Dies stehe "im Einklang mit der uns gegebenen Zusage, als Überbrückungsmechanismus zu dienen", bis die GHF voll einsatzfähig sei. Die Organisation forderte eine schnelle Umsetzung und verwies auf dringende Bedürfnisse vor Ort.
Blick auf die zerstörte Infrastruktur im Gazastreifen – palästinensische Zivilisten und Medienschaffende dokumentieren unter Lebensgefahr das Geschehen vor Ort, während internationale Journalisten weiterhin keinen Zugang erhalten - Imago / APAimages
Berichten zufolge sollen Hilfslieferungen verschiedener internationaler Organisationen wie dem UN-Welternährungsprogramm und der World Central Kitchen vorübergehend wieder aufgenommen werden.
Israel blockiert seit Anfang März die Einfuhr aller Güter in den Gazastreifen. Damit wolle man Druck auf die Hamas zur Freilassung der Geiseln ausüben, hieß es zur Begründung. Die Vereinten Nationen und zahlreiche internationale Hilfswerke hatten wiederholt vor einer drohenden Hungerkatastrophe gewarnt.
Neue israelische Bodenoffensive im Gazastreifen
Die israelische Armee begann am Wochenende nach eigenen Angaben mit einer neuen, großen Bodenoffensive im Gazastreifen. Ziel sei die Zerschlagung der Hamas und ihrer Infrastruktur. Seit Ausweitung der israelischen Angriffe sind nach palästinensischen Angaben hunderte Palästinenser im Gazastreifen getötet worden, Zehntausende sind auf der Flucht. International wächst die Kritik am israelischen Vorgehen.