Deutschlandweit stagniert der Wolfsbestand, wie aktuelle Zahlen zeigen. Laut Mitteilung des Bund Naturschutz (BN) in Bayern vom Donnerstag gab es im Monitoringjahr 2024/2025 in Bayern zwölf Territorien, ebenso viele wie im Vorjahr: sechs Rudel mit zusammen 19 Welpen, vier Paare ohne Nachwuchs und zwei territoriale Einzeltiere. Zusätzlich ziehen einzelne Wölfe durch, die im Monitoring nur begrenzt erfassbar sind. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der bayerischen Territorien im Schnitt um rund zehn Prozent pro Jahr.
Zugewinne und Verluste von Rudeln halten sich laut BN-Wolfsexperte Uwe Friedel im Moment in Bayern die Waage. Das macht den Naturschützer stutzig. „Bei den vielen unbesetzten Lebensräumen in Bayern wäre ein viel deutlicheres Wachstum von bis zu 30 Prozent zu erwarten. Wir gehen davon aus, dass illegaler Abschuss und Vergiftungen von Wölfen eine gewichtige Rolle für den Stillstand haben“, sagte er.
Friedel unterstrich die Notwendigkeit des Herdenschutzes, um zu verhindern, dass sich einwandernde durchziehende Wölfe zukünftig an die „leichte Beute Schaf“ gewöhnen. Bejagung oder pauschale Bestandsregulierungen weckten „die falsche Hoffnung, die Gefahr für Weidetiere lasse sich so managen“. Unverzichtbar sei hingegen der gezielte Abschuss von Wölfen, die mehrfach ordnungsgemäßen Herdenschutz überwunden haben.
Das Bundesamt für Naturschutz und die Dokumentations‑ und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf veröffentlichen jährlich im Spätherbst auf Basis der Meldungen der Bundesländer die Daten zum „Wolfsjahr“. Deutschlandweit wurden 276 Territorien erfasst (Vorjahr: 285). (3558/13.11.2025)