Artikel teilen:

Naturschützer: Neuer Sessellift am Scheidtobel gefährdet Birkhuhn

Der geplante Bau eines neuen Sessellifts am Scheidtobel (Kreis Oberallgäu) gefährdet laut Naturschützern das Birkhuhn. Gebaut werden soll auch auf Flächen innerhalb des Naturschutzgebietes Allgäuer Hochalpen, des Fauna-Flora-Habitats-Gebietes und eines Vogelschutzgebietes, wie der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) am Donnerstag in Hilpoltstein mitteilte. So gehe Lebensraum für das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn verloren. Der LBV lehne die Pläne ab und habe eine Stellungnahme ans Landratsamt Oberallgäu geschickt. Im Falle eines positiven Bescheids werde man rechtliche Schritte prüfen.

Das Bauvorhaben am Fellhorn widerspreche den Zielen der Schutzgebiete, kritisiert der LBV. Wegen des drohenden Schadens für die alpine Natur sei der Sessellift nicht genehmigungsfähig. Die Pläne gingen von zahlreichen Störfaktoren für das Birkhuhn aus: Schneeverdichtung durch Pistenfahrzeuge, Verlust und Zerschneidung von Lebensräumen, Störungen an Balzplätzen und Beeinträchtigungen während der Bauphase. Der neue Lift werde tal- und bergwärts mehr Fläche beanspruchen als die alte Scheidtobelbahn, zudem würden Pistenflächen ausgeweitet und ein Lawinenablenkdamm gebaut. Von daher handele es sich nicht um einen Ersatz, sondern um eine Erweiterung, was den Vorgaben des Alpenplans widerspreche.

Zudem seien in dem Gebiet weitere Bauvorhaben geplant, die insgesamt „verheerende Folgen“ hätten. „Wir werden nicht zulassen, dass für kurzfristige wirtschaftliche Interessen massive Eingriffe in hochsensible Ökosysteme erfolgen, ohne dass die Umweltbelange umfassend geprüft werden“, hieß es. Der LBV fordert ein Zusammenlegen aller Pläne. Im Herbst hatte der Verband kritisiert, dass durch das Dritte Modernisierungsgesetz Umweltstandards ausgehebelt werden. So sei für den Neubau am Scheidtobel keine Umweltverträglichkeitsprüfung mehr nötig. (3741/27.11.2025)