Die Zahl der Impfungen von Kindern und Jugendlichen gegen HPV (Humane Papillomviren) zur Vorbeugung vor Krebs ist in Schleswig-Holstein stark zurückgegangen. Im vergangenen Jahr seien 34 Prozent weniger Kinder und Jugendliche als im Vorjahr geimpft worden, teilte die DAK-Krankenkasse Schleswig-Holstein am Mittwoch mit. Bundesweit hat die Zahl der Erstimpfungen im Alter von neun bis 17 Jahren nach anderen DAK-Angaben um 25 Prozent abgenommen. HPV werden sexuell übertragen und können Krebs an Geschlechtsorganen, Gebärmutterhals und im Mund-Rachen-Raum hervorrufen.
Die Analyse der Abrechnungsdaten von rund 45.000 DAK-Versicherten bis 17 Jahre ergab einen deutlichen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen. So gingen die Impfungen bei Mädchen um 31 Prozent und bei Jungen um 38 Prozent zurück. Besonders stark sanken die Erstimpfungszahlen bei jugendlichen Jungen im Alter von 15 bis 17 Jahren mit 49 Prozent.
Der Rückgang bei HPV-Impfungen in Schleswig-Holstein sei „alarmierend und ein schlechtes Zeichen für die Gesundheitsvorsorge unserer Kinder“, sagte DAK-Landeschef Cord-Eric Lubinski. HPV-Impfungen könnten Leben retten.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen HPV für Mädchen seit 2007, für Jungen seit 2018. Eine Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Laut DAK erkranken nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland jährlich rund 6.250 Frauen und 1.600 Männer an HPV-bedingtem Krebs.