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Museumsraum für Lilli Marx

Mit einem Museumsraum wird in Düsseldorf die Gründerin der „Jüdischen Allgemeinen Zeitung“, Lilli Marx (1921-2004), gewürdigt. Der Raum im Bürgerhaus im Stadtteil Benrath, der maßgeblich vom Künstler Günther Uecker finanziert wurde, erinnere auch an Marx’ Rolle als Vorreiterin einer jüdisch-deutschen Aussöhnung nach dem Holocaust, sagte die Schirmherrin und ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth bei der Eröffnung am Montagabend. Das Leben von Lilli Marx könne besonders Schülerinnen und Schülern ein Beispiel für Zivilcourage geben.

Lilli Marx, geboren 1921 in Berlin, erlebte als jüdisches Kind und Jugendliche im Nationalsozialismus Ausgrenzung. Sie konnte 1939 nach England fliehen. Mit ihrem Mann Karl Marx kehrte sie nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zurück und gründete in Düsseldorf die „Jüdische Allgemeine Zeitung“, die bis heute besteht. Auch für den christlich-jüdischen Dialog setzte sie sich ein. „Lilli Marx spielte für das jüdische Leben in Deutschland in der Nachkriegszeit eine herausragende Rolle, weil sie als Jüdin zur Aussöhnung bereit war“, sagte die NRW-Antisemitismus-Beauftragte Sylvia Löhrmann.

Der Gedenkraum, der eine Druckerpresse aus den 1950er Jahren zeigt und für die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen konzipiert ist, wurde den Angaben nach maßgeblich von dem Künstler Günther Uecker und dem Galeristen Till Breckner finanziert. Uecker schenkte einen Prägedruck eines seiner Nagelbilder mit einem Davidstern dem Museumsraum und spendete den Erlös aus dem Verkauf weiterer Drucke. „Es ist uns wichtig, ein Zeichen gegen den Rechtsruck zu setzen“, sagte Galerist Breckner. Die Initiative für den Raum ging von der Frauenorganisation Soroptimist International aus, in der Lilli Marx bis zu ihrem Tod im jüdischen Nelly-Sachs-Altersheim in Düsseldorf im Jahr 2004 engagiert war.