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Museum Schloss Moyland lädt zu Symposium über Beuys und NS-Zeit ein

Das Museum Schloss Moyland in Bedburg-Hau befasst sich in einem Symposium mit dem Künstler Joseph Beuys (1921-1986) im Kontext des Nationalsozialismus. Am 31. Januar und 1. Februar 2026 gehe es um aktuelle Diskussionen in der Forschung, kündigte das Museum am Dienstag an. Die Stiftung Museum Schloss Moyland besitzt einen umfangreichen Bestand an Werken von Beuys und ein großes Archiv zu dem in Krefeld geborenen Künstler. Dieser Bestand an Sammlungs- und Archivgut bilde die Grundlage für die Auseinandersetzung. Ein „Laborraum“, der seit Ende März zur Dauerausstellung des Museums gehört, gibt Einblick in die kritische Aufarbeitung der Geschichte des Künstlers.

Ziel des Symposiums sei es, die gesellschaftspolitische und künstlerische Dimension von Beuys’ Biografie kritisch zu reflektieren, insbesondere seine Rolle im Nationalsozialismus und die Frage seiner späteren Positionierung, hieß es. In einem interdisziplinären Dialog würden sowohl wissenschaftliche als auch künstlerische Perspektiven zu Wort kommen. Das Symposium diene nicht nur der wissenschaftlichen Vertiefung, sondern auch der Förderung eines offenen Dialogs über die Verflechtungen von Kunst, Geschichte und Gesellschaft. Diskussionsrunden böten dem Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Das Forschungsprojekt „Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum“ wurde im Rahmen eines vom NRW-Kulturministerium geförderten Forschungsvolontariats in Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf realisiert. Die Bestände des Museums Schloss Moyland bilden die Grundlage für die Auseinandersetzung mit Beuys’ Jugend, seiner Zeit als Soldat, seiner Beteiligung an einem Wettbewerb für ein Denkmal im ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau sowie der Aktion Polentransport 1981.

Schloss Moyland hatte bereits im März zu einem Symposium und einer Ausstellung zu dem Thema eingeladen. Die Frage, wie Joseph Beuys, der als Freiwilliger in der Luftwaffe am Zweiten Weltkrieg teilnahm, zum Nationalsozialismus stand und welche Haltung er zum Holocaust hatte, wird seit Längerem kontrovers diskutiert. Äußerungen des Künstlers werden als Belege für seine möglicherweise unzureichende Distanzierung oder sogar anhaltende Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut angeführt.