Angesichts der alternden Gesellschaft und der Finanzierungsprobleme bei der Pflegeversicherung schlägt der ehemalige SPD-Chef Franz Müntefering Senioren-Seminare vor. Es wäre vernünftig, ältere Menschen zu Kursen einzuladen, in denen sie lernen, sich fit zu halten und sich gut zu ernähren. „Ich nenne das 'Sen-Seminare'. Die Stadt sollte die Menschen anschreiben, das hat dann Wucht“, sagte der 86-jährige Müntefering dem in Düsseldorf erscheinenden Handelsblatt in einem online veröffentlichten Interview.
Müntefering: Pflegebedürftigkeit hinauszögern wäre riesiger Erfolg
Wenn die Pflegebedürftigkeit von Menschen um ein oder zwei Jahre nach hinten verschoben würde, dann wäre das aus Sicht des ehemaligen Bundessozialministers ein „riesiger Erfolg für die Betroffenen, gesellschaftlich und für die Finanzierung der Pflegeversicherung“. Auch böten die Kurse eine Gelegenheit, über das Thema Sterben zu sprechen.
Er habe immer geklatscht bei dem Sauerländer Spruch, dass man über das Älterwerden und das Sterben nicht sprechen müsse. „Aber das ist doch falsch. Da muss was passieren“, sagte Müntefering. Viele Menschen stürben einsam und allein, müssten sich kampflos dem Tod ergeben.
