Nach dem gescheiterten Putsch am 8./9. November 1923 in München wurden Adolf Hitler und seine Getreuen vor Gericht gestellt. Skizzen aus dem Prozess sind nun in München zu sehen. Dazu gibt’s Infos über den Zeichner.
Bisher unbekannte Skizzen vom Hitler-Ludendorff-Prozess sind ab 26. November in einer kleinen Ausstellung in München zu sehen. Sie stammen aus dem Nachlass des Anwalts und Künstlers Otto D. Franz (1871-1963), den das Staatsarchiv München 2024 übernommen hat. Der Jurist begleitete den Hochverratsprozess gegen Adolf Hitler und seine Mitangeklagten als Zeichner für zwei illustrierte Zeitschriften. In seinen Skizzen hielt er Richter, Angeklagte, Staatsanwälte, Zeugen sowie die Atmosphäre im Gerichtssaal fest.
Nachdem Adolf Hitler am 8./9. November 1923 in München versucht hatte, gegen die Reichsregierung zu putschen, mussten er und seine Unterstützer sich vor Gericht verantworten. Darunter war auch General Erich Ludendorff, der als Feldherr den geplanten “Marsch auf Berlin” hätte leiten sollen. Der Prozess fand vom 26. Februar bis 1. April 1924 vor dem Volksgericht in München statt und endete mit einer unverhältnismäßig milden Verurteilung der meisten Angeklagten.
Hitler wurde damals wegen Hochverrats zu einer gesetzlichen Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft und einer Geldstrafe von 200 Goldmark verurteilt. Vom 1. April bis 20. Dezember 2024 saß er in Landsberg am Lech ein und wurde frühzeitig auf Bewährung entlassen.
Der Nachlass von Franz umfasst mehrere Skizzenbücher, private Fotoalben und persönliche Dokumente, wie es heißt. Sie gewährten einen Einblick in das Leben eines erfolgreichen Juristen, leidenschaftlichen Musikfreundes und talentierten Künstlers. Die Schau geht laut Ankündigung der Frage nach, wer der Mann war, der hinter den Prozess-Zeichnungen steckt. Zu sehen ist die Präsentation bis 7. März 2026.