Moderne Technik, nachhaltige Energiegewinnung und Denkmalpflege können durchaus Hand in Hand gehen. Das zeigt ein Modellprojekt auf dem Dach der "Alten Münze" in München.
Klima- und Denkmalschutz müssen sich nicht ausschließen. Dies beweist das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege an seinem Sitz in der Münchner Altstadt. Das Dach der "Alten Münze" erhält demnach seit Ende September eine denkmalgerechte Photovoltaikanlage (PV). Das Projekt des Freistaats habe Modellcharakter, heißt es. So handle es sich um eine Indach-Anlage aus Solarbiberschwänzen - die erste dieser Form und Größenordnung im Freistaat auf einem Denkmal.
Die 385 Quadratmeter große PV-Anlage mit einer Leistung von 29,9 Kilowattpeak werde nach 30 Jahren rund 319 Tonnen CO2 und rund 10.000 Euro Stromkosten pro Jahr eingespart haben, heißt es. Fast der gesamte Strom werde unmittelbar im Gebäude genutzt. Die Eigenverbrauchsquote liege bei 98 Prozent. Die nicht näher benannten Gesamtinvestitionskosten trage das bayerische Kunstministerium.
"Die Novelle des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes 2023 hat Denkmalschutz und Klimaschutz zu einer Erfolgsgeschichte verbunden", erklärte Generalkonservator Mathias Pfeil. Die PV-Anlage auf dem Dach der "Alten Münze" sei ein sichtbarer Beweis dafür. Sie vereine technische Innovation mit dem Schutz des kulturellen Erbes. "Sie dient als Inspirationsquelle und Forschungsplattform für künftige Projekte und setzt Maßstäbe für die nachhaltige Zukunft von Denkmälern", zeigte sich Pfeil überzeugt.
Die "Alte Münze" entstand 1563 als Hofmarstall und Kunstkammer für Herzog Albrecht V. von Bayern. Von 1807 bis 1809 baute man sie zur Königlichen Münzprägeanstalt um. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 70 Prozent des Gebäudes zerstört, die Arkaden und der Südteil, die heutige Säulenhalle, blieben jedoch unbeschadet. Ende 1952 sei das Haus wieder vollständig aufgebaut und mit einem neuen Treppenhaus erschlossen worden. 1986 zog das Bayerische Landesdenkmal ein.