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Mondjahr des Pferdes im Kölner Museum für ostasiatische Kunst

Das Kölner Museum für ostasiatische Kunst widmet sich dem Pferd. Zum Mondjahr des Pferdes, das in Ostasien am 17. Februar beginnt, ist am Mittwoch ein „Galopp durch Zeit und Raum“ gestartet, wie das Museum ankündigte. Bis 31. Januar blicke eine Sonderausstellung auf eines der wirkungsmächtigsten Tiere der ostasiatischen Kunst- und Kulturgeschichte. Malereien und Holzschnittdrucke, Keramiken und Porzellane, Bronzeskulpturen und Lackobjekte veranschaulichten die vielschichtige Bedeutung des Pferdes vom dritten Jahrhundert vor Christus bis in die Moderne.

Die chinesische Kunst offenbare eine Vielfalt an Pferdedarstellungen mit Wurzeln bis in die Bronzezeit von etwa 1600 bis 1046 vor Christus, hieß es. Durch Handel und Expansion begegneten Herrscher edlen Pferderassen aus Zentralasien, deren Physiognomie das Ideal vom „Himmelspferd“ prägte – ein Motiv, das in der Kunst den Drachen als himmlisches Transportmittel des Kaisers verdrängte. In der Tang-Dynastie (618-907) wurden Pferdeskulpturen für die Grablegen des Adels hergestellt. In der Qing-Dynastie (1644-1912) führten ausländische Missionare am Kaiserhof das Genre der Pferdemalerei im westlichen Stil ein.

Im japanischen Shintoismus ist das Pferd das heilige Reittier der Götter und fester Bestandteil religiöser Rituale und Feste. Ab dem achten Jahrhundert wurden Shinto-Schreinen entweder lebendige Pferde oder Pferdeskulpturen aus gebranntem Ton sowie Pferdemalereien auf Holzplaketten gestiftet. Die enge Verbundenheit der Samurai mit ihren Pferden zeigt sich in kostbar verziertem Zaumzeug und Schwertzierrat. Seit der späten Edo- und Meiji-Periode 18. und 19. Jahrhundert sind Pferde in japanischen Farbholzschnitten dargestellt.

Auf der koreanischen Halbinsel habe es bereits zur Zeit der Drei Reiche vom ersten Jahrhundert vor Christus bis ins siebte Jahrhundert ein nationales System zur Pferdezucht und -haltung gegeben. Reiterfiguren und pferdeförmige Gefäße waren ein beliebtes Motiv unter den Grabbeigaben und spielten bei Bestattungsritualen eine wichtige Rolle. In der Joseon-Dynastie (1392-1910) verkörperte das Pferd die Autorität und Göttlichkeit des Staates.