Artikel teilen:

Moderne Galerie präsentiert Installationen zu “Ordnung und Chaos”

Der deutsch-französische Künstler François Schwamborn präsentiert ab Sonntag in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums zwei Installationen unter dem Titel „Ordnung und Chaos“. Chaos sei nicht etwas Negatives, sondern eher zu viel Ordnung, sagte er am Donnerstag in Saarbrücken. „Der Bruch damit ist für mich ein elementarer Bestandteil für die Entstehung von Leben, aber auch für die Entstehung von Kreativität.“ Chaos sei somit nötig. Die Schau ist bis zum 13. Oktober zu sehen.

In einem Raum zeigt Schwamborn computergenerierte Muster, begleitet von Musik, die sein Bruder komponiert hat. Die Formen seien „sehr organisch anmutend“, unterstrich er. Die Darstellungen hätten viel mit Zufall zu tun und zeigten die schöpferische Kraft von geordnetem Chaos. Während der Computer die Formen generiert habe, habe er etwa die Richtung, Sättigung oder den Kontrast verändert, erläuterte der Medienkünstler.

Der zweite Museumsraum ist wiederum abgedunkelt und durch schwarze Streifen auf den Fenstern spiegeln sich Lichtlinien auf einem Wasserbecken. Ventilatoren setzen das Wasser in Bewegung. Dadurch verzerre sich das Muster auf dem Wasser, sagte Schwamborn. Die Ordnung werde gebrochen. „Je nachdem, wie das Wetter ist oder wie viel Uhr es ist, ist der Raum ein ganz anderer“, sagte der 1986 in Saarbrücken geborene Künstler. So sei der Raum bei Sonnenuntergang in andere Farben getaucht als bei Morgenlicht.

So wie die Naturwissenschaften nur ein skizzenhafter Versuch seien, die Umwelt darzustellen, sehe man auch bei dieser Installation nie das ganze Bild, erklärte Schwamborn. Das sei symbolhaft dafür, wie der Mensch die Welt sehe. Es gehe darum, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und sich bestenfalls für neue Perspektiven zu öffnen.

Schwamborn hat in seinen Werken einen Schwerpunkt auf Licht und Video. In den vergangenen Jahren hat er immer wieder an Projektionsmappingprojekten der Hochschule der Bildenden Künste Saar teilgenommen. Auch war der Medienkünstler bereits für den grenzüberschreitenden Kunstpreis Robert Schuman nominiert und Teilnehmer der saarländischen Landesausstellung SaarART 2023.