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Missbrauch: Studie zu katholischen Jugendverbänden startet im Sommer

Im Sommer soll eine Studie starten, um sexualisierte Gewalt in katholischen Jugendverbänden aufzuarbeiten. Aktuell werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dafür gesucht, wie der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am Mittwoch in Düsseldorf ankündigte. Ziel sei es, „strukturelle Bedingungen, Dynamiken und Verantwortungsebenen sexualisierter Gewalt systematisch zu untersuchen und daraus Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft abzuleiten“.

Die Studie soll laut Verband den Zeitraum von 1945 bis 2025 untersuchen und wissenschaftlich unabhängig durchgeführt werden. Auch die Perspektiven Betroffener sollen einbezogen werden. Bis zum 26. Januar können sich interessierte Wissenschaftler bei dem Verband melden. Die Studie soll spätestens zum 1. Juli beginnen.

Der BDKJ-Bundesvorsitzende Volker Andres verwies auf eine Vorstudie aus dem Jahr 2023. Diese habe bereits gezeigt, dass sexualisierte Gewalt in den Strukturen der Jugendverbandsarbeit stattgefunden habe. Doch die Finanzierung der nun geplanten detaillierteren Studie sei schwierig zu erreichen gewesen. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz habe nur eine Teilfinanzierung zugesagt. Zusätzlich würden nun Mittel aus der verbandlichen Arbeit für die Studie verwendet. Nur mit Unabhängigkeit, Transparenz und fachlicher Tiefe „können wir aus der Vergangenheit lernen und unsere Strukturen nachhaltig verändern“, betonte Andres.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern.