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Ministerin: Eigenverantwortung für Gesundheit wird wichtiger

Das Gesundheitswesen in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Dabei komme es auch auf den Einzelnen an, sagt die Bundesgesundheitsministerin. Die Ärzteschaft hat ebenso klare Erwartungen an die Politik.

Sich um die eigene Gesundheit zu kümmern, wird aus Sicht von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) künftig wichtiger werden. Die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger werde eine zentrale Rolle spielen, um eine finanzierbare und gute Gesundheitsversorgung sicherzustellen, sagte Warken am Freitag in Berlin. Es werde mehr denn je auf eine Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz ankommen. Dafür brauche es auch Wissen.

Deutschland habe beim Gesundheitszustand der Bevölkerung, bei der Gesundheitskompetenz und bei Anreizen, ein möglichst gesundheitsbewusstes Leben zu führen, noch Luft nach oben, so die Ministerin. Neben der stärkeren Eigenverantwortung seien auch mehr Daten nötig, die ein kürzlich vorgestelltes Forschungsdatenzentrum liefern solle. Zudem müsse die Bevölkerung besser mit faktenbasierten Informationen erreicht werden.

Warken äußerte sich bei der Vorstellung einer Stellungnahme der Bundesärztekammer zur öffentlichen Gesundheit, in Fachkreisen mit dem englischen Begriff “Public Health” diskutiert. Aus Sicht der Kammer stellen der demografische Wandel, die Zunahme chronischer und psychischer Erkrankungen sowie veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen das Gesundheitswesen vor wachsende Herausforderungen. Damit steige die Bedeutung von öffentlicher Gesundheit.

Wer die Gesundheit der Bevölkerung langfristig stärken wolle, müsse sie in allen Politikfeldern mitdenken, forderte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt. Das gelte etwa in Bildung, Umwelt, Arbeit, Stadtentwicklung oder Verkehr. Es gehe darum, Ursachen von Erkrankungen zu erkennen, Prävention zu fördern und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Auch die Ärzteschaft spricht sich für eine bessere Datennutzung aus.