Die Karolina-Burger-Realschule plus in Ludwigshafen soll nach Bekanntwerden gravierender Missstände und zahlreicher Gewalttaten personell gestärkt werden. Landesbildungsminister Sven Teuber (SPD) versprach am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags, das Kollegium solle im Umgang mit herausfordernden Schülerinnen und Schülern geschult werden. Es gehe darum, vor Ort Autoritäten zu stärken. Bereits jetzt gebe es sieben Vollzeitkräfte, die sich an der Schule mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen beschäftigten.
Berichte über ein massives Gewaltproblem an der Karolina-Burger-Realschule plus hatten im November ein bundesweites Medienecho ausgelöst. Dort kam es in der Vergangenheit zu zahlreichen Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Bedrohungen von Schülern und Lehrern und zuletzt zu einem Amokalarm. Lehrkräfte berichteten, es sei nicht mehr möglich, an der Schule strukturierten Unterricht zu halten.
Teuber räumte ein, dass die schwierige Situation an der Schule, die er als landesweiten Einzelfall darstellte, nicht kurzfristig aufgelöst werden könne. In den Jahren nach 2018 habe auch die Schulaufsicht auf gemeldete Probleme nicht immer so reagiert, „wie wir das erwarten“. Nach einer Messerattacke auf eine Lehrerin im Mai hätten aber alle Behörden vom ersten Tag an sofort die nötigen Maßnahmen ergriffen. „Die mutmaßliche Täterin ist seitdem in stationärer Therapie“, sagte der Minister. „Wir reden hier von einer kranken Person.“
In der vergangenen Woche war die Situation an der Schule bereits Thema einer teils emotional geführten Debatte. CDU-Fraktionschef Gordon Schnieder hatte dem Land vorgeworfen, Warnzeichen über Jahre hinweg ignoriert zu haben. Die rheinland-pfälzische CDU hat in der Zwischenzeit ein Meldeportal im Internet freigeschaltet, auf dem anonyme Hinweise auf Sicherheitsprobleme an den Schulen im Land möglich sind.