Die Mindestlohnerhöhung auf 13,90 Euro zum 1. Januar 2026 hat 250.000 Jobs in Sachsen betroffen. Damit seien knapp 15 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse tangiert, teilte das Statistische Landesamt des Freistaats am Donnerstag in Dresden mit. Vorher lag der Mindestlohn bei 12,82 Euro.
Überdurchschnittlich häufig profitierten der Schätzung zufolge Frauen. In rund 16 Prozent der von Frauen ausgeübten Tätigkeiten erhöhte sich demnach der Verdienst, bei Männern waren es rund 13 Prozent. Auch innerhalb der Branchen habe es Unterschiede gegeben: Während 16 Prozent im Dienstleistungsbereich betroffen waren, wirkte sich die Steigerung nur auf zehn Prozent der Jobs im produzierenden Gewerbe aus.
Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Sachsen, Daniela Kolbe, erklärte, der gesetzliche Mindestlohn wirke und sei ein wichtiges Instrument gegen den Niedriglohnbereich: „Er ist aber nur die unterste Haltelinie.“ Gute Löhne gebe es nur mit Tarifvertrag, „und bei der Tarifbindung ist in Sachsen noch viel Luft nach oben“.
Zum 1. Januar 2027 soll der Mindestlohn um 70 Cent auf 14,60 Euro steigen. Von dieser Erhöhung sollen geschätzt maximal 364.000 Beschäftigungsverhältnisse betroffen sein, rund 21 Prozent aller Jobs.