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Mehrheit im Südwesten für Nutzung von Gesundheitsdaten

Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg befürwortet die Verwendung von Gesundheitsdaten für die medizinische Versorgung und Forschung. Rund zwei Drittel der Bürger würden ihre Daten für diese Zwecke zur Verfügung stellen, geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der AOK Baden-Württemberg hervor, wie die Krankenkasse mitteilte.

Trotz der grundsätzlichen Offenheit bleiben Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes eine zentrale Herausforderung. Für gut ein Drittel der Befragten stellen Datenschutz und Datensicherheit die größte Hürde dar. Etwa die Hälfte äußert Sorgen vor Hackerangriffen oder einem Missbrauch ihrer Daten durch Unternehmen oder Behörden.

Der Vorstandsvorsitzende der Landes-AOK, Johannes Bauernfeind, unterstrich die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Gesundheitsdaten für eine bessere medizinische Versorgung. Gleichzeitig räumte er ein, dass es keine absolute Sicherheit geben könne. „Wenn wir jedoch Daten für eine bessere Gesundheitsversorgung nutzen wollen, dann stehen diesen Chancen auch Risiken gegenüber.“ Er forderte, dass der Missbrauch von Gesundheitsdaten konsequent und streng geahndet wird. Zudem verwies er auf die strengen europäischen Datenschutzvorgaben und die Kontrollmöglichkeiten der Versicherten über ihre elektronische Patientenakte.

Laut Bauernfeind kann eine kluge Nutzung von Gesundheitsdaten auch helfen, die Ressourcen im Gesundheitssystem gezielter einzusetzen. Die AOK werte bereits anonymisierte Behandlungsdaten aus, um regionale Versorgungsangebote gemeinsam mit Arztpraxen zu steuern. Für die Studie wurden vom 2. bis 24. September 2025 online 3.000 Menschen in Baden-Württemberg befragt. (2922/15.11.22025)