Tote Schwäne und Komorane: Dies ist laut Naturschützern bei den aktuellen Witterungsbedingungen in Teilen Deutschlands nicht ungewöhnlich. Sie warnen vor eigenen Rettungsversuchen.
Viele Menschen zeigen sich offenbar alarmiert durch tote oder geschwächte Wasservögel, die sie im derzeit strengen Winter beobachten. Ein Teil dieser Verluste sei jedoch "aus naturschutzfachlicher Sicht kein ungewöhnlicher Vorgang", teilte das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung am Wochenende in Berlin mit.
Anhaltender Frost, vereiste Gewässer und eingeschränkte Nahrungsverfügbarkeit stellten insbesondere geschwächte Tiere vor Herausforderungen. Verschärfend sei eine höhere Anfälligkeit für Infektionen; so sei bei einigen Schwänen in der Hauptstadt zuletzt die Vogelgrippe nachgewiesen worden. "Auch wenn der Anblick toter Tiere belastend sein kann, handelt es sich häufig um natürliche Sterblichkeit, die in strengen Wintern erhöht ist."
In der Regel kämen Schwäne mit vereisten Flächen gut zurecht, so die Fachleute. Bei Kälte reagierten Wasservögel zudem mit der Absenkung ihres Stoffwechsels und verharrten bewegungslos. Aufgeplustertes Gefieder schaffe eine isolierende Luftschicht, und die Bürzeldrüse produziere ein öliges Sekret, das die Tiere vor Kälte und Festfrieren schütze. Unter extremen Bedingungen könnten kranke, verletzte und immobile Wasservögel jedoch im Eis einfrieren.
Rettungsversuche durch Laien könnten gefährlich sein und die Tiere unter Stress setzen, warnt das Institut: "Die Eisdecke ist nicht stabil, so dass die Bergung von sterbenden und toten Schwänen auf dem Eis selbst für die Wasserpolizei und Feuerwehr schwierig und gefährlich ist." Auch wegen einer Ansteckungsgefahr durch mögliche Fälle von Vogelgrippe wird empfohlen, tote oder scheinbar kranke Vögel nicht anzufassen und Hunde in Wassernähe anzuleinen. Generell sollten - auch aus Gründen der Seuchenprävention - ebenso Wildgänse und Wildenten nicht gefüttert werden. Wer ein totes Tier findet, könne das zuständige Veterinäramt oder die Polizei informieren.