Die Zahl der von der radikalislamischen Hamas in den Gazastreifen entführten Israelis ist offenbar höher als bisher bekannt. “Wir haben die Familien von 199 Entführten informiert”, erklärte einer der Sprecher der israelischen Armee, Daniel Hagari, am Montag. Man bemühe sich “mit höchster Priorität” darum, sie zurückzubringen. Zuletzt war man nach offiziellen Angaben von mindestens 150 Geiseln ausgegangen, darunter auch Bürger zahlreicher anderer Länder.
Die Armee erhalte weiterhin nachrichtendienstliche Informationen über die Verschleppten und stehe in Kontakt mit den Familien, so Hagari. Unter den Entführungsopfern sind auch mehrere deutsche Staatsbürger, deren Angehörige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Bundesregierung aufriefen, sich mit allen Mitteln für die Freilassung aller Geiseln einzusetzen. Ferner seien die Angehörigen von 291 Soldaten informiert worden, die im seit zehn Tagen andauernden Krieg getötet wurden.
Hagari rief die Zivilbevölkerung des Gazastreifens erneut dazu auf, sich in den Süden zu evakuieren und verwies auf sichere Korridore. Gleichzeitig erklärte der Armeesprecher, Israel setze die Militäroffensive im Gazastreifen fort, um “das Gebiet von Terroristen zu säubern”. Der Gazastreifen stehe im Mittelpunkt der israelischen Kämpfe und man müsse sich darauf vorbereiten, “dass der Krieg noch lange dauern wird”.
Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dementierte am Montag Berichte über eine Feuerpause im Gazastreifen, um humanitäre Hilfe in den Gazastreifen sowie die Evakuierung über den Grenzübergang nach Ägypten zu ermöglichen.