Mehr Einzahler und länger arbeiten – Sozialethikerin mit Renten-Ideen

Wie die Rentenversicherung leistungsfähig bleiben könnte: Frühverrentung abschaffen und Rente ab 70 - Sozialethikerin schlägt drastische Änderungen vor. Auch Politiker und Kapital heranziehen.

In der Debatte um die Zukunft des deutschen Rentensystems fordert die Siegener Sozialethikerin Anna Karger-Kroll, die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Zuvor gelte es jedoch, "die abschlagsfreie Frühverrentung abzuschaffen", sagte sie der Zeitschrift Publik-Forum. Zudem könnten Beamte, Politiker und Selbstständige künftig ebenfalls in die Rentenkasse einzahlen. "Auch könnten Kapitalerträge oder weitere Einkommen aus Vermietung und Verpachtung mitberücksichtigt werden."

Es gelte, das Vertrauen der jungen Generation in das Rentensystem zu erhalten, andernfalls verliere es seine Legitimationsgrundlage. "Dies müssen wir ernst nehmen und uns endlich ernsthaft mit der Zukunft des Rentensystems auseinandersetzen", forderte die Wissenschaftlerin. Denn insgesamt sei die Rente "noch zu retten". Sie glaube an die "Leistungsstärke der Rentenversicherung".

Problematisch sei dagegen, dass durch die Politik die Leistungen des Rentensystems immer weiter ausgeweitet würden. Als Beispiel verweist Karger-Kroll auf die geplante Aktivrente, die das System nicht wirklich gerechter mache. Mit dem Modell Aktivrente will die neue Bundesregierung Beschäftigte motivieren, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten.

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