Bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) sind 2024 mehr als 25.000 Beschwerden über illegale oder jugendgefährdende Online-Inhalte eingegangen. Damit verzeichnete die FSM-Beschwerdestelle 2024 das zweithöchste Beschwerdeaufkommen seit ihrer Gründung 1997, wie sie am Dienstag in Berlin mitteilte.
2023 waren es 30.573 Beschwerden gewesen, 2024 insgesamt 25.536. Die Beschwerdestelle soll Kinder und Jugendliche vor entwicklungsbeeinträchtigenden oder nicht altersgerechten Online-Inhalten schützen.
In 68 Prozent der Fälle (17.395 Meldungen) handelte es sich 2024 um begründete Beschwerden, das heißt um Inhalte, die nach umfassender Einzelfallprüfung gegen deutsche Jugendmedienschutzgesetze verstoßen haben. In 32 Prozent der Fälle stellte die Beschwerdestelle keinen Verstoß fest (2023: 26 Prozent). Dies betrifft in der Regel Fälle, in denen das Recht auf freie Meinungsäußerung überwiegt, Jugendschutzregeln nicht verletzt wurden oder Angebote zugangsgeschützt beziehungsweise nicht auffindbar waren.
8.529 Mal wurden der Beschwerdestelle pornografische Inhalte gemeldet (2023: 8.889). Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil von Pornografie bei den begründeten Beschwerden mit 49 Prozent deutlich (2023: 39 Prozent). Darstellungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger machten mit 46 Prozent (8.077 Fälle) den zweitgrößten Anteil aus.
Die Meldungen von Darstellungen extremer Gewalt sind laut FSM-Beschwerdestelle im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen (2024: 2 Prozent - 318 Fälle, 2023: 3 Prozent - 585 Fälle).
Gemeldete Hasskriminalität machte wie im Vorjahr circa ein Prozent der begründeten Beschwerden aus (2024: 222 Fälle, 2023: 120 Fälle), wie es hieß. Es handelte sich dabei überwiegend um Darstellungen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Unverändert geblieben ist der Anteil der gemeldeten Fälle weiterer als jugendgefährdend eingestufter Inhalte (2024: 1 Prozent - 249 Fälle, 2023: 1 Prozent - 227 Fälle).
Die 1997 von Medienverbänden und Unternehmen der Online-Wirtschaft gegründete FSM ist seit 2005 von der Kommission für Jugendmedienschutz als Einrichtung der Freiwilligen Selbstkontrolle anerkannt. Bei ihrer Beschwerdestelle kann jeder Nutzer jugendgefährdende Inhalte im Netz melden. Die FSM veröffentlicht jährlich eine Statistik dazu.