Das Christentum ist dem Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx zufolge „keine Sonderwelt“. In seiner vorab verbreiteten Predigt zum Osternacht-Gottesdienst am Samstagabend im Liebfrauendom betonte Marx die Bedeutung des christlichen Glaubens für die gesamte Gesellschaft. „Wir können das, was wir sehr allgemein mit 'dem Westen' bezeichnen, nicht verstehen ohne das Christentum, ohne die Feier des Sonntags, ohne die Feier der Auferstehung.“ Ohne dieses Bekenntnis „fehlt etwas im Gesamten unserer Kultur“, erläuterte Marx.
Der Erzbischof verwies in seiner Predigt auch auf die Debatte um die jährlich veröffentlichten Mitgliederzahlen der beiden großen christlichen Kirchen, in deren Folge immer wieder neu der „wachsende Bedeutungsverlust“ thematisiert werde. Diese Betrachtungsweise ist laut Marx nicht notwendig. Zwar müsse man sich „den Realitäten stellen“, man dürfe bei Kirche aber nicht nur auf die „Bestandsgrößen, auf die Zahl der Gläubigen, auf die Menge ihrer Institutionen“ schauen. Bedeutung erlange Kirche vielmehr dadurch, „etwas sagen zu können, das für alle wichtig ist“. (1340/17.04.2025)