Artikel teilen:

Maduro in New York vor Gericht

Der am Samstag von US-Elitestreitkräften in Caracas gefangen genommene frühere Staatschef von Venezuela, Nicolás Maduro, ist zusammen mit seiner Ehefrau Cilia Flores in New York einem Richter vorgeführt worden.
Bei der Anhörung am Montag (Ortszeit) plädierten Maduro und Flores auf nicht schuldig. „Ich bin noch immer der Präsident von Venezuela“, sagte Maduro laut „New York Times“. Er sei entführt worden.

In der 25-seitigen Anklageschrift heißt es, Maduro sei der Anführer einer „korrupten, illegitimen Regierung“ gewesen. Diese habe Drogenschmuggel „geschützt und gefördert“ zur Bereicherung der politischen und militärischen Elite. Maduros Familie einschließlich der First Lady Flores habe profitiert. Flores habe bereits 2007 Bestechungsgelder von einem Drogendealer angenommen.

Der Prozess soll am 17. März fortgesetzt werden. Er dürfte viele Monate dauern. Maduros Verteidiger ist der erfahrene Jurist Barry Pollack, der auch Wikileaks-Gründer Julian Assange vertreten hat.

Videoaufnahmen am Montagvormittag zeigten, wie Maduro zum Gericht gebracht wurde, umringt von etwa einem Dutzend Sicherheitsbeamten. Mehrere trugen Uniformen mit der Aufschrift DEA. Die „Drug Enforcement Administration“ ist die US-amerikanische Antidrogenbehörde. Maduro war nach der Militäraktion in Caracas per Hubschrauber und Schiff nach New York gebracht worden.

Kritiker der US-Regierung stellen die Rechtmäßigkeit der Festnahme eines Staatschefs mit militärischer Gewalt infrage. Die „Washington Post“ zitierte jedoch Rechtsexperten, dass US-Gerichtsurteilen zufolge Hinweise auf eine mögliche Unrechtmäßigkeit bei der Festnahme einem Verfahren nicht im Wege stünden. Im Januar 1990 hatten US-Streitkräfte Panamas Staatschef Manuel Noriega in dessen Heimatland festgenommen und in die USA gebracht. Noriega wurde wegen Drogenschmuggels zu einer langen Haftstrafe verurteilt, er starb im Mai 2017.