Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat zum Tag der Menschen mit Behinderungen (3. Dezember) zu mehr Verständnis auch gegenüber weniger offensichtlichen Behinderungen aufgerufen. Für die Betroffenen bringe es oft Unverständnis in der Gesellschaft mit sich, wenn sie markierte Parkplätze oder andere Angebote für Menschen mit Behinderung nutzten, erklärte LWL-Sozialdezernent Takis Mehmet Ali am Dienstag in Münster. Gleiches gelte, wenn diese Menschen im Arbeits- und Privatleben nicht so leistungsfähig seien wie andere Menschen.
„Wir wissen, dass sich gerade Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen oft dafür rechtfertigen müssen, dass sie Unterstützung bekommen oder Ressourcen für Menschen mit Behinderungen nutzen“, sagte der Sozialdezernent. Die meisten Behinderungen seien für Außenstehende unsichtbar. Als Beispiele nannte er chronische Schmerzen, Diabetes oder Autoimmunerkrankungen. Den größten Teil dieser unsichtbaren Behinderungen machten psychische Erkrankungen aus.
In Westfalen-Lippe haben nach Angabe des LWL mehr als 39.000 der leistungsberechtigten Menschen mit Behinderung eine seelische Behinderung. Das seien mehr als 60 Prozent der Menschen, die vom LWL die sogenannte Eingliederungshilfe erhalten.