LWL-Archäologen entdecken spätantike Siedlungsspuren in Hamm

Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben in Hamm Spuren eines spätantiken Gehöfts entdeckt. Bei den archäologischen Ausgrabungen im Stadtteil Herringen seien Überreste von Pfostenbauten, Herdstellen, Brunnen und überdachte Gestelle zur Heulagerung freigelegt worden, teilte der LWL am Mittwoch mit. Einige der Gebäudespuren datierten die Fachleute auf das fünfte und Anfang sechste Jahrhundert. Aus der Epoche seien bisher auf Hammer Stadtgebiet keine Siedlungsspuren bekannt, hieß es.

In Hamm-Herringen soll in den kommenden Monaten ein neues Wohngebiet entstehen. Die archäologischen Untersuchungen der größeren Fläche finden im Vorfeld statt. Die Siedlungsspuren seien ungewöhnlich gut erhalten, sagte Eva Cichy, wissenschaftliche Referentin bei der LWL-Archäologie Westfalen. Über die Jahrhunderte hätten Überdeckungen von unfruchtbarem Boden dafür gesorgt, dass sogar die Reste von Herdstellen in Form von dicken, „verziegelten“ Lehmplatten noch im Boden zu finden seien.

„Eine dieser Herdstellen wurde über einem eingetieften und später verfüllten älteren Gebäudebereich angelegt und gehört zu einem jüngeren Bau an gleicher Stelle“, erläuterte Daniel Riemenschneider, technischer Grabungsleiter der LWL-Außenstelle Olpe. Vor allem ein besonders großes Haus, vermutlich ein großes Wohngebäude, sei immer wieder an gleicher Stelle erneuert worden. Davon zeugen laut Riemenschneider ein Gewirr von Pfostengruben in einem Bereich des Gehöfts.

Nach dem sechsten Jahrhundert scheint es laut Forschern zu einem Siedlungsabbruch gekommen zu sein. Erst ab dem neunten Jahrhundert wurde dann vor Ort wieder gebaut und gewohnt. Mithilfe der zahlreichen Funde hoffen sie, die unterschiedlichen Nutzungsphasen der Hofstelle genau ermitteln zu können, wie es hieß.

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