PADERBORN – Der Reformator Martin Luther hat nach Einschätzung der Paderborner islamischen Theologin Muna Tatari auch für Muslime eine große Bedeutung. Luther verdiene Respekt für seine aufrichtige Suche, seine Gottessehnsucht und für seinen Mut, für seine Überzeugungen einzustehen, sagte die Professorin beim Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn. So sei der Reformator eine zeitlose Inspiration auch für Muslime. Viele seiner wichtigen Impulse seien in unterschiedlicher Weise fortgeschrieben worden, erklärte die Juniorprofessorin für Islamische Systematische Theologie und Leiterin des Seminars für Islamische Theologie an der Universität Paderborn.
Luther sei innerhalb des Protestantismus eine Figur, mit der bis heute gerungen werde, sagte Tatari, die auch Mitglied des Beirats für den islamischen Religionsunterricht in NRW ist. Auch in der islamischen Theologe gebe es Diskussionen über die Bewertung des Propheten Mohammed. Viele islamische Theologen seien davon überzeugt, dass es auch im Islam Reformen geben müsse, sagte Tatari in ihrem Vortrag mit dem Titel „Islamische Reformen und christliche Reformation“.
Der Superintendent des Kirchenkreises, Volker Neuhoff, zog eine positive Bilanz seines ersten Amtsjahres. Nach einer Umfrage werde in den Gemeinden vor allem auf Gottesdienste an besonderen Orten, auf die Jugendarbeit sowie auf Projekte, die Menschen zusammenbringen, Wert gelegt. Es würde zwar sich langfristig vieles in Gemeinden sowie an Formen und Strukturen ändern. Der Kirchenkreis sei jedoch insgesamt für die nächsten Jahre gut aufgestellt, unterstrich Neuhoff. Wichtig bleibe das starke ökumenische und diakonische Profil. epd
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Luther als Gottsucher
Islamische Theologin: Luther kann auch Inspiration für Muslime sein
