In Zusammenarbeit mit filmdienst.de und der Katholischen Filmkommission gibt die KNA Tipps zu besonderen TV-Filmen:
Für die 12-jährige Lucia (Ella Testa Kusk) steht der Berufswunsch seit langem fest. Als Tochter des dänischen Weihnachtsmanns will sie später unbedingt in seine Fußstapfen treten. Doch das ist ihr als Mädchen schlicht nicht erlaubt. Zwar besucht auch Lucia die Weihnachtsschule, doch statt zu lernen, wie man einen Schlitten lenkt oder durch Schornsteine klettert, muss sie im Unterricht Socken stricken und Kekse backen. Schließlich heißt der Weihnachtsmann ja auch Weihnachtsmann und nicht Weihnachtsfrau!
Doch als Lucia bei der Weihnachtslotterie gewinnt und einen Wunsch frei hat, besteht sie darauf, die gleichen Rechte wie die Jungen zu haben. Der Schuldirektor ist entsetzt und macht eine schier unlösbare Aufgabe zur Bedingung für ihre Aufnahme: Das Mädchen soll einen Mann von einer Krankheit heilen, die ihm der bösartige Geist Krampus angehängt hat.
Der sympathische, sehr fantasievoll ausgestattete dänische Weihnachtsfilm von Christian Dyekjær aus dem Jahr 2018 vermittelt einen kindgerechten Zugang zur Debatte um die Gleichberechtigung der Geschlechter. Der Film stellt nicht nur liebgewonnene patriarchale Traditionen infrage, sondern verwandelt das Klischee des lieben Weihnachtsmanns in eine bittersüße Parabel über männliche Selbstgefälligkeit, Vorurteile und soziale Ausgrenzung. Inszenatorisch ist der Film zwar etwas konventionell und vorhersehbar, doch er unterhält durch gute Einfälle recht kurzweilig und amüsant.