Lippische Synode will Amtszeiten von Spitzenämtern verkürzen

Kürzere Amtszeiten für kirchliche Spitzenämter und eine stärkere Beteiligung von jungen Menschen: Eine Sondersynode hat über die künftige Struktur der Lippischen Landeskirche beraten.
Lippische Synode will Amtszeiten von Spitzenämtern verkürzen
Landessuperintendent Dietmar Arends ist verabschiedet worden (Archiv)
epd-bild / Hermann Bredehorst
Eine Sondersynode der Lippischen Landeskirche hat in Detmold Reformen für kirchliche Leitungsstrukturen auf den Weg gebracht. Die Sommersynode im Juni soll über Beschlussvorschläge zur konfessionellen Bindung sowie einer Amtszeitverkürzung der Leitungsämter entscheiden, wie die Sondersynode entschied. Beraten wurde auch darüber, langfristig die Zahl der Klassen (Kirchenkreise) zu reduzieren. Um den begonnenen Transformationsprozess der Landeskirche weiter voranzutreiben, sollen Leitungsämter neu besetzt werden. Die Amtszeit soll allerdings auf sechs Jahre halbiert werden. Bislang wurden der Landessuperintendent und die beiden Kirchenräte jeweils für zwölf Jahre gewählt. Die Sommersynode soll auch darüber entscheiden, ob die konfessionelle Struktur der Ämter in der Kirchenleitung – reformiert und lutherisch – beibehalten, vereinfacht oder aufgelöst werden soll.

Lippische Landeskirche: Landessuperintendent Arends zurückgetreten

Die Lippische Landeskirche ist die einzige Landeskirche, in der das reformierte und lutherische Bekenntnis mit jeweiliger geistlicher Leitung gleichberechtigt organisiert ist. Bislang ist mit dem Amt des Landessuperintendenten die Leitung der reformierten Gemeinden verbunden. Für die geistliche Leitung der Lutheraner ist der Superintendent der Lutherischen Klasse zuständig. Festgelegt ist zudem, dass das Amt des Landessuperintendenten und das des Juristischen Kirchenrates an das reformierte Bekenntnis, das Amt des Theologischen Kirchrenrates an das lutherische Bekenntnis gebunden ist. Der bisherige Landessuperintendent Dietmar Arends war am Samstag nach Ende seiner zwölfjährigen Amtszeit verabschiedet worden. Seitdem ist das Amt unbesetzt. Der Theologe hatte aus gesundheitlichen Gründen seine Kandidatur zurückgezogen. Vakant in der Landeskirche ist derzeit auch das Amt des Theologischen Kirchenrats. Der bisherige Amtsinhaber Thomas Warnke wechselte im Januar als Leiter an das Evangelische Beratungszentrum mit Hauptsitz in Detmold. Bis zu einer Neubesetzung des Amtes des Landessuperintendenten übernimmt nach Angaben des Landeskirchenamts der Präses der Lippischen Landessynode, Pfarrer Michael Keil, die Vertretung für die Aufgaben in Lippe.

Lippe: Mehr Jugendliche ins Kirchenparlament

Die Sondersynode sprach sich zudem für eine stärkere Beteiligung von Jugendlichen im Kirchenparlament aus. Der Jugendkonvent in der Lippischen Landeskirche soll bis zur Sommersynode einen Vorschlag vorlegen, wie mehr junge Menschen in kirchenleitende Gremien eingebunden werden können. Mit Erprobungsgesetzen sollen künftig Strukturmaßnahmen und Pilotprojekte getestet werden können, bevor sie allgemein verpflichtend werden. Die Lippische Landeskirche zählt 126.000 Mitglieder und 65 Kirchengemeinden. Sie ist neben der rheinischen und westfälischen Kirche die dritte evangelische Landeskirche auf dem Gebiet Nordrhein-Westfalens.

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