Die zweitägige Landessynode der Lippischen Landeskirche ist am Dienstag unter anderem mit dem Beschluss des Haushalts für das Jahr 2026 zu Ende gegangen. Für das kommende Jahr plant die Landeskirche mit rund 32 Millionen Euro Kirchensteuer - zwei Millionen Euro weniger als im laufenden Jahr. Das bestehende Defizit in Höhe von 2,4 Millionen Euro wird noch einmal aus der Rücklage ausgeglichen, beschloss das lippische Kirchenparlament in Detmold.
Sowohl für den Haushalt der Landeskirche als auch für die Pfarrstellen seien Konsolidierungsprogramme begonnen worden, erklärte der juristische Kirchenrat Martin Bock. Das solle gewährleisten, dass der nächste Haushalt ohne Rücklage geplant werden könne. Denn die Rücklage reiche sonst nur noch für wenige Jahre. Finanziell stellt sich die Lippische Landeskirche auf um 4,5 Prozent zurückgehende Kirchensteuereinnahmen pro Jahr ein.
Um angesichts einer kleiner werdenden Kirche weiter mit verschiedenen Angeboten für Menschen da sein zu können, muss nach Ansicht von Landessuperintendent Dietmar Arends der Zukunftsprozess der Landeskirche weitergeführt werden. Als Beispiele hatte Arends bereits am Montag die stärkere Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinaus sowie die Leitung der Gemeinden durch „Interprofessionelle Teams“ genannt.
Im Bereich der Lippischen Landeskirche sind im vergangenen Jahr fünf weitere Fälle sexualisierter Gewalt bekannt geworden. Vier haben sich in den 1980er und 90er Jahren ereignet, berichtete Arends vor der Synode. Inzwischen habe eine interne Arbeitsgruppe ihre Arbeit aufgenommen, die unter externer Begleitung die bisher geleistete Aufarbeitung analysieren und die Ergebnisse für die Präventionsarbeit für die Gemeinden nutzbar machen soll. Die Frühjahrssynode 2027 soll sich dann schwerpunktmäßig mit dem Thema sexualisierte Gewalt beschäftigen, kündigte Arends an.
Bereits am Montag hatte die Synode entschieden, die beiden im Januar und März vakant werdenden Leitungspositionen des theologischen Kirchenrats Thomas Warnke und des Landessuperintendenten Dietmar Arends nicht sofort wiederzubesetzen. Dies soll eine Strukturdebatte ermöglichen, in der es nicht nur um den Zuschnitt der Kirchenleitung, sondern auch um Kooperationen mit benachbarten Landeskirchen und den Einfluss der Konfession auf die Stellenbesetzung gehen solle. Die Stellvertretung für den Landessuperintendenten nach außen wird Präses Michael Keil übernehmen, nach innen im Kollegium der juristische Kirchenrat Martin Bock.
Die Lippische Landeskirche ist mit 129.000 Mitgliedern die drittkleinste der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Von den 65 lippischen Kirchengemeinden sind 54 reformiert, zehn lutherisch und eine sowohl lutherisch als auch reformiert.