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Linken-Politiker Ramelow schreibt an Dresdner Torarolle mit

Der Linken-Politiker und Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow will sich am Entstehen der Torarolle für die Jüdische Kultusgemeinde Dresden beteiligen. Er werde am Sonntag in der sächsischen Landeshauptstadt mit Rabbiner Akiva Weingarten einen Buchstaben schreiben, teilte seine Partei am Freitag in Dresden mit. Die Torarolle wird seit August in einem ungewöhnlichen Projekt öffentlich geschrieben.

Vor dem Stadtmuseum wurde eigens dafür ein gläserner Pavillon aufgebaut. Bis Ende Oktober 2026 sollen bei dem Projekt „Die ewige Schrift“ die fünf Bücher Mose von Hand in hebräischer Schrift auf Pergament gebracht werden. Die Tora gilt als die heilige Schrift der Juden und ist Teil der hebräischen Bibel.

Schon beim Start des Projektes hatten Vertreter der Stadtgesellschaft einige Buchstaben der Tora geschrieben. Unter ihnen war der evangelische Superintendent Christian Behr. Nach jüdischer Tradition dürfen ausgewählte Persönlichkeiten die ersten Worte der Tora schreiben.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass für die Torarolle eine neue professionelle Schreiberin bestimmt wurde. Liora Mendez wird dafür an ausgewählten Tagen im gläsernen Projekt-Pavillon Platz nehmen. Sie befindet sie sich in der Ausbildung zur Tora-Schreiberin. Der bisherige Schreiber, Joshua Dias, wird Dresden verlassen und sich neuen beruflichen Aufgaben zuwenden.

Bei seinem Besuch in Dresden will Ramelow auch am Dresdner Gedenken an die Opfer des Holocaust teilnehmen. Anlass ist der 87. Jahrestag der Novemberpogrome 1938.