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Libanon protestiert bei UN-Sicherheitsrat gegen Israels Mauerbau

Ungeachtet einer Waffenstillstandsvereinbarung vom November 2024 setzt Israel Militäroperationen im Libanon fort. Mit dem Bau von Sperranlagen auf libanesischem Territorium zementiert es seine Sicherheitsvorstellungen.

Der Libanon hat beim UN-Sicherheitsrat Beschwerde gegen Israel wegen eines Mauerbaus auf libanesischem Gebiet eingelegt. Die Errichtung der Sperranlagen bei der Ortschaft Yaroun, die auch von den UN-Friedenstruppen dokumentiert sei, stelle eine schwerwiegende Verletzung der nationalen Souveränität dar, erklärte das Außenministerium in Beirut am Freitag. Israel begehe damit einen weiteren eklatanten Verstoß gegen internationale Abkommen.

Libanons Außenminister Youssef Raggi rief den Sicherheitsrat zu einer dringlichen Befassung mit der Streitsache auf. Israel müsse sich hinter die sogenannte Blaue Linie der UN zurückziehen, die Schaffung angeblicher Pufferzonen unterlassen und der libanesischen Zivilbevölkerung Zugang zu ihren Dörfern gewähren.

Am Dienstag hatte sich auch das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen besorgt über zunehmende israelische Angriffe und Völkerrechtsverletzungen im Libanon geäußert und in dem Zusammenhang den Mauerbau jenseits der libanesischen Grenze genannt.

Am Sonntag trifft Papst Leo XIV. zu einem dreitägigen Besuch im Libanon ein. Es wird erwartet, dass er sich bei einem Treffen mit Regierungsvertretern, Politikern und Diplomaten auch zu den Konflikten im Nahen Osten äußert.