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Lenbachhaus zeigt “Was zu verschwinden droht, wird Bild”

Rund um die Vergänglichkeit dreht sich ab 4. März alles in einer Schau im Münchner Lenbachhaus. Gemälde aus dem 19. und 20. Jahrhundert sollen vor Augen führen, dass nichts so bleibt, wie auf der Leinwand zu sehen.

Schon mal darüber nachgedacht? Alles, was in Bildern festgehalten wurde, existiert nicht mehr oder zumindest nicht mehr in der dargestellten Form. Mit dieser Erkenntnis beschäftigt sich ab 4. März eine neue Schau im Münchner Lenbachhaus.

Unter dem Titel “Was zu verschwinden droht, wird Bild. Mensch – Natur – Kunst” sind bekannte wie selten oder bisher noch nie gezeigte Werke des 19. und 20. Jahrhunderts zu sehen. Sie stammten aus Sammlungen des Hauses, des Historischen Vereins von Oberbayern, der Christoph-Heilmann-Stiftung, der Münchener Secession, der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, der KiCo Stiftung und des Förderverein Lenbachhaus.

In der Kunst finde sich das Thema Vergänglichkeit oft sinnbildlich umgesetzt, als Memento Mori oder melancholische Meditation über das Verschwinden von Dingen, heißt es in der Ankündigung. Auch Bilder von Träumen, Begegnungen mit Menschen, Erkundungen der Natur zeigten nur vorübergehende Momente. Manchmal werde das Flüchtige zum Thema einer Darstellung, um es damit zu konservieren. Doch Wolken wandelten sich ständig, Schnee schmelze bald, Bäume blühten nur kurze Zeit.

In Zeiten des Klimawandels sei das Bewusstsein, dass sich die Umwelt rasant verändere, allgegenwärtig geworden, heißt es. Deshalb seien die Besuchenden aufgefordert, in der Schau besonders Werke der Landschaftskunst mit anderen Augen zu betrachten. Sie zeigten eine Natur, die immer schon von Menschen beeinflusst gewesen sei. Eine Landschaft sei nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch ein bedrohtes Ökosystem.

Präsentiert werden unter anderem Gemälde von Albrecht Adam, Antoine-Louis Barye, Joseph Beaume, Lovis Corinth, Ignaz Dillis, Wassily Kandinsky, Wilhelm Leibl, Franz Marc, Adolph Menzel, Gabriele Münter, Gerhard Richter oder auch von Carl Rottmann, Carl Spitzweg und Wilhelm von Kobell.