Neuerung beim Frühjahrstreff der Buchbranche: Die Leipziger Buchmesse setzt im März statt auf ein Gastland auf ein Fokusthema: "Donau – Unter Strom und zwischen Welten". Wer dazu bei der Messe erwartet wird.
Erstmals steht bei der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr kein spezielles Gastland im Fokus, sondern die Donau-Regionen. Unter dem Motto "Donau – Unter Strom und zwischen Welten" präsentiert die Buchmesse vom 19. bis 22. März auf einer eigenen Bühne Buchvorstellungen und Diskussionspodien rund um die literarische Vielfalt der Donauländer und ihre gesellschaftspolitische Situation, wie die Messe am Mittwoch ankündigte. Der Fluss zieht sich 2.800 Kilometer durch Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, die Republik Moldau und die Ukraine.
Die eingeladenen Autorinnen und Autoren geben demnach Einblicke in diese Ambivalenz der Region. Von den Zerfallskriegen Jugoslawiens und ihren Folgen erzählen etwa die neuen Romane der Kroatin Ena Katerina Haler ("Die Schuldlosen") und des Serben Bojan Krivokapic ("Villa Fazanka"). In ihrem Debütroman "King Cobra" betrachtet die ungarische Autorin Muri Darida das Gebaren des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán durch eine queere Brille.
Vor den Gefahren der Sozialen Medien als Werkzeug der Desinformation warnt Michal Hvorecky in seinem Roman "Dissident". Der Autor sei in der Slowakei zur Galionsfigur des Widerstandes von Kulturschaffenden gegen eine gesellschaftliche Rolle rückwärts geworden, so die Buchmesse. Der Moldauer Iulian Ciocan seinerseits setzt in "Die Königin der Kelche" humorige Kontrapunkte gegen einen beklemmenden Alltag aus Desinformation, Korruption und die sehr konkrete Bedrohung durch russische Soldaten.