Gewalt an Schulen – das Thema spielt eine große Rolle im neuen Schulbarometer. Auch die Lehrer und deren Verbände überlegen, was dagegen zu tun ist. Doch dafür fordern sie mehr Unterstützung.
Der Deutsche Lehrerverband fordert als Reaktion auf die Ergebnisse des neuen Schulbarometers mehr Personal und mehr Geld zur Gewaltprävention an Schulen. “Knapp die Hälfte der Lehrkräfte an allen Schulformen nehmen bei ihren Schülerinnen und Schülern Formen von psychischer und physischer Gewalt wahr”, sagte Verbandspräsident Stefan Düll den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch): “Das Verhalten von Kindern und Jugendlichen wird mit als größte Herausforderung des Berufsalltags beschrieben.”
Das neue Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung, das am heutigen Mittwoch veröffentlicht wird, zeige Probleme, die die Schulen und Lehrkräfte nicht alleine lösen könnten, fügte Düll hinzu: “Der Deutsche Lehrerverband fordert seit langem mehr flankierendes Personal für die sozial-emotionale Förderung an den Schulen, also Personal für Sozialarbeit, Jugendarbeit, Schulassistenz und Schulpsychologie.”
Wenn Lehrkräfte einen großen Teil der eigentlichen Unterrichtszeit aufwenden müssten, um sich mit problematischem Verhalten der Schülerinnen und Schülern und mit der Schlichtung von Konflikten auseinanderzusetzen, bleibe weniger Zeit für guten Unterricht, so Düll weiter: “Das geht zu Lasten der Lernenden und zermürbt das Lehrpersonal. Schulen können nicht die gesamte Erziehungsarbeit leisten, sondern sind dabei auf die Unterstützung von Politik, Gesellschaft und insbesondere von Elternhäusern angewiesen.”
Genau deshalb brauche es für die Schulen Mittel und Personal für langfristige Präventionsprogramme gegen Mobbing und Gewalt, ergänzte der Verbandschef. Kinder und Jugendliche bräuchten zudem Hilfe beim Erlernen von sozialer Kompetenz und Empathie auch außerhalb der Schule, etwa in Vereinen und anderen gesellschaftlichen Institutionen.