Die Lebenshilfe NRW fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderung. Häufig werde Unterstützung nur aus der Kostenperspektive betrachtet, kritisierte der Lebenshilfe-Landesvorsitzende Gerd Ascheid am Mittwoch in Hürth anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März. „Viel zu oft müssen Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien mühsam und teilweise unwürdig dafür kämpfen, dass ihnen zustehende Unterstützung von Behörden und Kostenträgern gewährt wird.“
Ein Grundrecht auf Teilhabe an der Gesellschaft dürfe jedoch niemals nur aus einer finanzpolitischen Perspektive betrachtet werden, betonte Ascheid. Eine inklusive Gesellschaft müsse für alle Menschen gerecht, menschlich und lebenswert sein. „Eine solche Gesellschaft existiert nur dann, wenn Menschen mit Behinderung sich auf verlässliche finanzielle Absicherung, Bildung ohne Barrieren, Wahlfreiheit bei Wohnen und Arbeiten, Zugang zu guter Gesundheitsversorgung und echte Teilhabe im Alltag verlassen können, ohne regelmäßig als Bittstellende auftreten zu müssen“, unterstrich der Lebenshilfe-Vorsitzende.
Der Lebenshilfe NRW als Selbsthilfeverband gehören nach eigenen Angaben 71 Orts- und Kreisvereinigungen mit rund 18.000 Mitgliedern und 60 außerordentlichen Mitgliedsorganisationen an. Sie sind Träger zahlreicher Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderung wie Frühförderstellen, Kitas, Schulen, Werkstätten, Beratungsstellen und Freizeitangebote.
Der Welt-Down-Syndrom-Tag wirbt für die Integration von Menschen mit Trisomie 21, dem Down-Syndrom, in allen Lebensbereichen. Er wird jedes Jahr am 21. März begangen, weil bei den Betroffenen das Chromosom 21 dreifach vorhanden ist. In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Improve Our Support Systems“ (Stärkt unsere Unterstützungssysteme).