Die Lebenshilfe Erlangen wird in die Schaffung des Gedenk- und Lernorts in der ehemaligen Erlanger Heil- und Pflegeanstalt („Hupfla“) eingebunden. „Wir möchten Betroffenen die Gelegenheit geben, den Ort von Anfang an mitzugestalten. Wir wollen ihnen eine Stimme und Sichtbarkeit geben“, sagte der wissenschaftliche Koordinator Julius Scharnetzky am Mittwoch laut einer Mitteilung der Lebenshilfe. Anlass ist der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.
Man wolle dazu beitragen, Barrieren für Menschen mit Einschränkungen und psychischen Erkrankungen abzubauen. Damit Inklusion nicht nur eine leere Worthülse sei, müssten ihre Bedarfe, Interessen und Wünsche von Anfang an mitgedacht werden – im besten Fall durch ihre direkte Einbindung in den Entwicklungsprozess, sagte Scharnetzky. So sei eine wichtige Frage, „wie und mit welchen Mitteln wir Menschen mit Einschränkungen in ihrem Leben zeigen“.
Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen wurden ab 1940 von den Nationalsozialisten systematisch getötet. Die Gesamtzahl der sogenannten „Euthanasie“-Opfer wird auf mindestens 250.000 Menschen geschätzt, hieß es. Aus der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt in Erlangen wurden mehr als 900 Patientinnen und Patienten in verschiedene Tötungsanstalten gebracht. Darüber hinaus starben mehrere hundert Menschen durch gezielte Vernachlässigung und Mangelernährung. (0191/21.01.2026)