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Landtag will gegen Einsamkeit vorgehen

Einsamkeit kann jeden treffen: Mit verschiedenen Maßnahmen möchte die Landesregierung deshalb den Zusammenhalt stärken und Einsamkeit überwinden. Die Politik müsse die notwendigen Räume dafür schaffen und Menschen ermutigen, Wege aus der Einsamkeit zu suchen, sagte Turgut Yüksel (SPD) bei der Vorstellung des Antrags am Mittwoch im Landtag in Wiesbaden. Dass Einsamkeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, darüber war man sich in allen Fraktionen einig.

Der Antrag der Landesregierung sieht beispielsweise einen jährlichen Aktionstag vor, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Darüber hinaus sollen Vereine, Mehrgenerationenhäuser und andere Institutionen, die bereits jetzt der Einsamkeit vorbeugen, stärker unterstützt und vernetzt werden. Um Einsamkeit im Alter zu bekämpfen und digitale Teilhabe zu ermöglichen, sollen Programme wie „Digital im Alter“ weitergeführt werden. Der Antrag wurde in den gesundheits- und familienpolitischen Ausschuss verwiesen.

Wenngleich alle Fraktionen das grundlegende Anliegen unterstützten, sah die Opposition an verschiedenen Stellen noch Verbesserungsbedarf. So forderte Gerhard Bärsch (AfD) eine stärkere Unterstützung von Familien. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Kathrin Anders, kritisierte den Antrag als zu unkonkret. Sie plädierte beispielsweise für eine flächendeckende Schulsozialarbeit und forderte, die Kommunen finanziell in die Lage zu versetzen, Teilhabe vor Ort zu ermöglichen. Auch Moritz Promny (FDP) forderte mehr Freiheit für die Kommunen, um soziale Räume zu schaffen, beispielsweise Dorfcafés oder Mehrgenerationenhäuser.