Der hessische Landtag debattiert über den Schutz der Landwirtschaft vor Flächenverbrauch und hohen Bodenpreisen debattiert. Es gelte, Flächenkonzentration zu vermeiden und Besitz stattdessen breit zu streuen, sagte Hans-Jürgen Müller (Grüne) bei der Vorstellung seines Gesetzesentwurfs am Dienstag in Wiesbaden. CDU, SPD und FDP warnten vor allem vor zu viel Bürokratie und warfen den Grünen Realitätsferne vor.
Ziel der Initiative ist es, den Anstieg der Kauf- und Pachtpreise zu dämpfen und ortsansässigen Landwirtinnen und Landwirten Vorkaufs- und Vorpachtrechte zuzugestehen. Zudem soll eine Obergrenze für Flächenzukaufe eingeführt werden, um einer übermäßigen Konzentration von Bodenbesitz entgegenzuwirken, wie es im Gesetzesentwurf heißt.
Lena Arnoldt, Sprecherin für Landwirtschaftspolitik der CDU-Fraktion, warf den Grünen vor, ihrem Gesetzentwurf fehle es an Sachlichkeit, Augenmaß und Nähe zur Praxis. Sie kündigte stattdessen ein eigenes hessisches Landwirtschaftsgesetz an. Wiebke Knell (FDP) sprach von einem drohenden „Dschungel aus Bürokratie und Auflagen“. Zudem sei Hessen beim Bodenmarkt nicht „Worst-Case-Land“ und die Notwendigkeit für ein Gesetz fehle. Auch die Sprecherin der SPD für Landwirtschaft und Umwelt, Kerstin Geis, warnte vor einem Mehr an Bürokratie und neuen Unsicherheiten, die der Gesetzesentwurf auslöse. Zur Vorbereitung der zweiten Lesung wurde der Gesetzentwurf in den Fachausschuss überwiesen.