Das diesjährige Droste-Festival verwandelt das Literaturzentrum auf Burg Hülshoff im münsterländischen Havixbeck in ein großes Spielfeld. Unter dem Motto „Landlord's Game (Vermieter-Spiel)“ gehe es vom 18. bis 28. Juni um Besitz, Macht und Umverteilung, kündigte das Center for Literature auf Burg Hülshoff am Dienstag an. Auf dem Programm stünden themenbezogene Lesungen, Performances, Gespräche und Spielenachmittage. Erwartet würden unter anderem die Autorin Asal Dardan, der französische Schriftsteller Guillaume Paoli, der Sozialaktivist und ehemalige Obdachlose Dominik Bloh, das freie Ensemble „bruch, notsopretty“ sowie das Musik-Duo „this honourable fish“.
Der Festivaltitel bezieht sich demnach auf das Brettspiel „The Landlord's Game“, das sich die US-amerikanische Autorin und Feministin Elizabeth Magie Phillips 1904 patentieren ließ. Es diente als Grundlage für das 30 Jahre später herausgebrachte „Monopoly“. Statt wie in „Monopoly“-Runden möglichst viel Straßen, Besitz und damit Spielgeld anzuhäufen, sei es bei „The Landlord's Game“ um das Gegenteil gegangen, hieß es. Die Erfinderin Phillips (1866-1948) habe anhand des Spiels die Lehren des Sozialphilosophen Henry George (1839-1879) aufzeigen wollen, wie ungerecht das kapitalistische Wirtschaftssystem sei.
Das Wasserschloss in Havixbeck bei Münster ist Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), deren Novelle „Die Judenbuche“ zur Weltliteratur gehört. Auf dem Schloss ist heute ein Museum mit Literaturzentrum beheimatet. Das etwa sieben Kilometer entfernte Haus Rüschhaus in Münster-Nienberge war langjähriger Wohnort der Schriftstellerin.