Artikel teilen:

Landesbischof: Nicht mit Armut abfinden

Einen „Pakt gegen Armut“ hat der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp gefordert. In seinem Bericht bei der Tagung der Landessynode in Amberg sagte er am Montag, die Kirche werde sich „niemals mit der Armut abfinden und immer werden wir uns engagieren für Menschen in Not“. In Bayern würden 70.000 junge Menschen Bürgergeld beziehen und fast 200.000 seien von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. 15 Prozent der jungen Erwachsenen hätten keinen Bildungsabschluss. Das seien alles „Risse im inneren Frieden unserer Gesellschaft“. Diese Kinder und Jugendlichen benötigten „unsere politische und konkret unsere diakonische Hilfe“, sagte Kopp.

Der Landesbischof betonte in seinem Bericht auch die Bedeutung der Friedensarbeit. Die Kirchen setzten sich für den „unbedingten Willen zum Frieden ein“. Er wünsche sich Friedensabende, Friedenswerkstätten, Friedenskinderbibeltage oder Friedenstafeln. Kopp schlug vor, Kirchen im Advent als Orte des Friedens 24 Stunden offenzuhalten: „Als Orte für die, die im Dunkeln leben. Für Kinder und Jugendliche, für Alleinerziehende, für Menschen ohne Stimme“.

Kopp berichtete, dass die Landeskirche das frühere Beratungsnetzwerk in Gewissensfragen rund um den Wehrdienst wieder aufbaue und sich zusammen mit der Evangelischen Jugend für eine Freiwilligkeit des Wehrdienstes einsetze.

Der Bischof hob auch den Einsatz der Kirche für die Demokratie hervor. Die Kirche sei „parteiisch für die Demokratie“ und werde für die unantastbare Menschenwürde und für eine „faktenbasierte Demokratie ohne Hetze“ Partei ergreifen. Er wies auf die kirchliche Kampagne „Unser starkes Kreuz für die Demokratie“ hin, mit der die Kirchen Menschen ermutigen wollen, bei den bevorstehenden Kommunalwahlen zu kandidieren. (3695/24.11.2025)