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Landesamt MV rät Gärtnern zur Achtsamkeit beim Tauschen von Pflanzen

Pflanzentauschbörsen von Hobby-Gärtnern sind nach Angaben des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) Mecklenburg-Vorpommern eine potenzielle Gefahr für die Pflanzengesundheit. Mit den Samen oder Pflanzen könnten gefährliche Pflanzenkrankheiten übertragen werden, warnte Nadine Ließ, Leiterin des LALLF Pflanzenschutzdienstes, laut einer LALLF-Mitteilung vom Freitag. Das gefährde nicht nur die Flora im eigenen Garten. Betroffen sein könnten auch das Grün in Park- und Wohnanlagen, gesamte Wälder und auch Kulturpflanzenbestände in Landwirtschaft und Gartenbau.

Ein besonders schwerwiegendes Beispiel sei das Tomato Brown Rugose Fruit Virus, auch Jordanvirus genannt, hieß es. Dieses Virus befalle vor allem Tomaten- und Paprikapflanzen und führe unter anderem zu Blattdeformationen, gelblichen Verfärbungen an den Früchten und im Extremfall zum Absterben der ganzen Pflanze. Das Virus sei leicht übertragbar, widerstandsfähig und ausdauernd. Im intensiven Anbau von Tomaten könne das Virus zum Totalausfall führen.

Auf der Suche nach passendem Saat- oder Pflanzgut werden Tauschbörsen für Samen, Setzlinge und Pflanzen laut LALLF immer beliebter. Selbst angebautes und vermehrtes Pflanzenmaterial wechselten den Besitzer. Obwohl die meisten Hobby-Gärtner mit guten Absichten alte Sorten bewahren und die biologische Vielfalt fördern wollten, seien sie sich oft nicht bewusst, dass dies auch Risiken mit sich bringen kann. „Um die heimische Pflanzenwelt zu schützen und sich am Anbauerfolg im eigenen Garten erfreuen zu können, ist es daher wichtig, Saatgut und Pflanzen aus dem Fachhandel von etablierten Gärtnereien, Kartoffelzüchtern oder Gartenzentren zu beziehen“, sagte Ließ.